Krippenweg

Hamburg folgt dem Stern

Geschichte der Weihnachtskrippe

Die Weihnachtskrippe: Ursprung, Bedeutung und Brauchtum

Der Begriff Krippe bezeichnet heutzutage eine bildliche Darstellung, die anhand von verstellbaren, in einem dreidimensionalen Raum verteilten Figuren die Geburt Christi oder die damit verbundenen Ereignisse schildert.

Die Krippe als kreative Auseinandersetzung mit der Weihnachtsbotschaft übt seit Jahrhunderten eine große Faszination auf Menschen jeden Alters aus. Der Krippenbesuch, im ländlichen Alpen-Raum auch „Kripperlroas“ (Krippenreise) oder in Köln „Krebbche luure“ genannt, ist zu einem beliebten Brauchtum in der Zeit rund um Weihnachten geworden.

Die Krippen-Darstellungen beziehen ihren Inhalt in erster Linie aus dem Bericht der Evangelisten Lukas und Matthäus, die bekanntlich aus der zweiten Hälfte des ersten Jahrhunderts stammen, sowie aus außerbiblischen Traditionen.

Die Krippe – ein Sinnbild für Weihnachten seit Jahrhunderten

Die figürlich-dramatische Darstellung der Geburt Jesu hat neben den Darstellungen der Bildhauerei und der Malerei noch eine zweite Wurzel: Die spielerische Darstellung von Ereignissen der Heilsgeschichte, die in ihren Anfängen einen Platz im Gottesdienst hatte. Daraus entwickelten sich erst etwa ab dem 16. Jahrhundert verselbständigte inszenierte Spielhandlungen, Weihnachts- und Krippenspiele.

Unsere "Krippen" heute sind also "gestellte", gleichsam eingefrorene Spielhandlungen. Sie gehen zurück auf Franz von Assisi, für den diese Krippenszenen eine Art "biblia pauperum" war, also eine Bibel für die vielen Menschen, die nicht lesen und schreiben konnten.

Der Heilige Franziskus von Assisi, dessen 800. Todestag die Kirche übrigens 2026 feiert, soll in Greccio nördlich von Rom zu Weihnachten 1223 spontan ein „Krippenspiel“ inszeniert haben. Er soll als erster die Idee gehabt haben, zum Weihnachtsfest die Geburt Christi im Stall von Bethlehem als „lebendes Bild“ mit lebendigen Personen und Tieren nachzustellen. Ob das tatsächlich der Anfang des späteren Krippenbaus war, bleibt umstritten, zumal ähnliche Spiele schon vor Franziskus bezeugt sind.

Die älteste bekannte Krippe tauchte Ende des 13. Jahrhunderts in der Basilika Santa Maria Maggiore in Rom auf, die Figuren aus Marmor sind jedoch noch im Boden und in der Mauer eingelassen. Es handelt sich also um eine unveränderbare Komposition. In den darauffolgenden Jahrhunderten fand man hier und da vereinzelte Werke.

Aufschwung der figürlichen Krippe

Die Krippe und der Christbaum wurden erst relativ spät in das christliche Weihnachtsfest aufgenommen, wobei die Krippe eine längere Tradition aufweist. Erst am Übergang zur Neuzeit, ab dem 16. Jahrhundert verbreiteten sich figürliche Krippendarstellungen von Südeuropa aus.

In der Zeit der Gegenreformation erlebte die Krippe einen bedeutenden Aufschwung in den Kirchen und Klöstern, ohne jedoch zunächst allgemeine Verbreitung zu finden. In den darauffolgenden Jahrzehnten war die Krippe ein ideales Mittel zur religiösen Unterweisung, leicht verständlich für die Gläubigen, die sich kaum um theologische Feinheiten kümmerten. Sie fanden in der Darstellung der Geburt Christi die alltäglichen Dinge des Lebens wieder.

Missionarische Bestrebungen des Jesuitenordens und sein Einsatz für die Glaubensvermittlung trugen dazu bei, dass sich bald die Krippe und das religiöse Schauspiel entwickelten.

Sie und die Franziskaner brachten in Zentraleuropa figürliche Darstellungen des neugeborenen Christuskindes und des Weihnachtsgeschehens unter die Leute. Die erste Krippe des Ordens stand um 1560 in einem Kloster in Portugal, bald folgten Kirchen und Fürstenhäuser in Spanien, Italien und Süddeutschland.

Verbreitung der Hauskrippe

Im Laufe des 18. Jahrhunderts bewirkten Rationalismus und neue philosophische Ideen ein nachlassendes Interesse seitens des Klerus.  Die Krippen wurden sogar eine Zeit lang von der religiösen oder weltlichen Obrigkeit verboten. Infolge dieser öffentlichen Krippen-Verbote bemühten sich die Gläubigen, nun in ihren privaten Häusern die Szenen nachzubilden, die ihnen in den Kirchen vorenthalten wurden. Es wurden kleinere Figuren für den häuslichen Gebrauch hergestellt.

Die Krippe entwickelte sich so allmählich von einer Kunst, die den Kirchen und Klöstern vorbehalten war, zu einer Volkskunst, die in die einfacheren Klassen der Gesellschaft Einzug hielt. Nach und nach wurden die Krippenfiguren kleiner und die heilige Familie durch Engel, Hirten und die Weisen oder Könige aus dem Morgenland ergänzt.

Seit dem 19. Jahrhundert werden Hauskrippen aus Gips, Ton und Pappmaché in Serie hergestellt. Sie sind preiswert und haben damit ihren Platz in vielen Wohnzimmern erobert. Bis ins späte 19. Jahrhundert wurde die Darstellung der Heiligen Nacht in eine morgenländische Landschaft eingebettet: flaches Hügelland, Häuser mit Kuppeln und Bögen, Figuren in orientalischer Tracht mit Unterkleid und Überwurf.

In der weiteren Entwicklung bildeten sich verschiedene Formen der Krippe heraus. Krippenbauer verlegten die Weihnachtsgeschichte in ihre jeweilige Heimat. Immer wieder in der Geschichte der Krippendarstellung geht es weniger um historische Genauigkeit, sondern um theologische Verkündigung und um lebendige Frömmigkeit.

Unsere Weihnachtskrippen

Stickeraktion

Stickeraktion „Fülle deine Krippe mit Krippenfiguren!“

Mach mit, entdecke Hamburgs schönste Krippen und bring Leben in deine eigene Weihnachtsgeschichte!

Auf dem Krippenweg Hamburg warten fünf Kirchen darauf, von dir entdeckt zu werden – und in jeder liegen besondere Aufkleber bereit. Wer alle Figuren sammelt, hat am Ende eine komplette Krippenszene – und erlebt dabei, worum es an Weihnachten geht: Gemeinschaft, Freude und das Staunen über die Geburt Jesu.

In diesen Kirchen findest du folgende Aufkleber:

  • Maria und Josef – Hauptkirche St. Petri – in der Kirche im Shop (Eingang rechts)
  • Ochse und Esel – Hauptkirche St. Jacobi – im Südschiff der Kirche am Kirchentresen
  • Hirte und Schaf – St. Marien-Dom – rechte Eingangstür/ Schriftenstand
  • Engel und Weihnachtsstern – Hauptkirche St. Katharinen – wandernd im Kirchraum bei den Krippenfiguren
  • Heilige Drei Könige und Kamel – Hauptkirche St. Michaelis („Michel“) –  am Eingang zur Krypta (keine Kosten verbunden)

Die Öffnungszeiten der Kirchen stehen auf der Karte des Krippenwegs an den jeweiligen Punkten oder auf den Webseiten der Gemeinden.

Wir haben noch ein paar Hinweise für dich!

Es gibt 1.000 Karten – also sei schnell, aber fair: Nimm in jeder Kirche bitte nur einen Sticker pro Figur. Wenn eine Figur einmal vergriffen ist, kannst du sie ganz einfach über den Ausschneidbogen nachbasteln. Hier findest du den Ausschneidbogen!

Was steckt hinter der Aktion?

Die Stickeraktion ist neu und Teil des Krippenwegs „Hamburg folgt dem Stern“. Diesen gibt es seit diesem Jahr und ist ein ökumenisches Projekt evangelischer Kirchen und der katholischen Pfarrei St. Ansgar Hamburg-City. Sie wird gemeinsam mit Amoin. Erlebnis.Raum.Kirche. (Ev.-Luth. Kirchenkreis Hamburg-Ost) umgesetzt.

Mehr über Amoin erfährst du unter www.amoin.de und auf Instagram über @amoin_hamburg.

Kontakt

Herzlich willkommen auf der Website des Krippenwegs Hamburg!

Hier finden Sie alle wichtigen Informationen zu den Weihnachtskrippen.
Erleben Sie die Advents- und Weihnachtszeit in Hamburg auf dem Krippenweg vom Michel bis zum St. Marien-Dom. Festlich geschmückte Krippen laden zum Staunen und Verweilen ein.
Neben den Krippen selbst erfahren Sie hier auch alles zum Begleitprogramm mit Konzerten, Führungen und Veranstaltungen.
Lassen Sie sich von der Vielfalt und Schönheit dieser Tradition begeistern – entdecken Sie den Krippenzauber für Groß und Klein in Hamburg!

Die Krippen auf unserem Krippenweg können vom 10. Dezember 2025 – 6. Januar 2026 besichtigt werden. Einige Krippen können auch vor und nach diesem Zeitraum besucht werden. 

Veranstaltungen und Termine

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